Ein Hauswart stellt sich vor

Beim Sport mit muskelkraftbetriebenen Wasserfahrzeugen gibt es neben Paddel- und Ruderbooten auch eine Kategorie, in der es für Bootsform und Antriebskonzept fast keine Einschränkungen gibt. Die Boote sind entsprechend sehr unterschiedlich, originell, und zum Teil außerordentlich leistungsstark. (Der Weltrekord für 100 Meter mit fliegendem Start liegt bei 34,2km/h). Informationen stehen bei www.waterbiking.org.

Ich wollte ein Muskelkraftbetriebenes Rennboot für Höchstgeschwindigkeit bei kurzer Distanz bauen. Das sollte ohne Eile geschehen. Der Spaß sollte nicht zu kurz kommen, und ungewöhnliche technische Lösungen interessieren mich mehr als Erfolg beim Rennen. Vorgesehen war ein fertiger Rumpf mit neu entwickeltem Antrieb. Bei Versuchen mit Rümpfen stellte ich fest, dass es gar nicht so leicht ist, mit einem Sport-Paddelboot überhaupt halbwegs geradeaus zu fahren. Im RSV bekam ich die Möglichkeit, paddeln zu lernen und Zugang zu einem Gewässer in der Nähe zu bekommen.

Inzwischen existiert so ein Rennboot und ich habe erste Fahrversuche gemacht. Es ist 7,2m lang, hat Schraubenantrieb, und soll beim schnellen Fahren den seitlichen Schwimmer aus dem Wasser ausheben. Bis das Ding richtig gut läuft sind wohl noch einige Änderungen erforderlich. Aber das hat keine Eile.

Die meisten Boote mit unkonventionellem Antrieb reagieren sehr empfindlich auf Wind und Wellen, und nicht ausreichende Wassertiefe kann sehr teuer werden. Im RSV lernte ich, dass Kajaks in dieser Beziehung wesentlich unempfindlicher sind. Besonders Seekajaks haben mich mit ihren Einsatzmöglichkeiten fasziniert. So hat sich mein Interesse auf diese Bootsart verlagert und ich arbeite daran, auch bei Wind und Wellen mit einem passenden Boot noch paddeln zu können.

In meiner Freizeit bin ich mehr Bastler als Paddler. Im RSV kann ich als einer der Hauswarte auch Arbeiten ausführen, die etwas mehr Werkstattmöglichkeiten erfordern. Und wenn jemand mal ein Bauteil braucht, das es so nicht zu kaufen gibt, kann sie oder er mich gern ansprechen.

Peter Rodewald