20220502-07
Einen Lukendeckel braucht man, um wichtige Dinge im Boot vor dem Wetter zu schützen und sicher zu transportieren.
Den Lukendeckel braucht man aber auch, um wichtige Dinge zu erfahren und sich über unser Vereinsleben zu informieren.

Denn der Lukendeckel ist die Vereinszeitung der Kanuabteilung des RSV und bringt mehrmals im Jahr einen Rückblick auf das Vereinsleben (Wanderfahrten, Wettbewerbe, Vereinsaktivitäten), eine Vorschau auf Kommendes (Feste, Fahrten, Fun) oder andere interessante Dinge, die mit unserem Sport in Verbindung stehen.
Und das Beste ist: Jeder kann, darf und sollte (!) Beiträge schreiben, sobald es etwas zu berichten gibt.

Letztes Hindernis für Fische und Kanuten beseitigt

Nach zweijähriger Bauzeit ist in Braunschweig der neue Fischkanupass am historischen Petriwehr an der Oker fertiggestellt und von Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum offiziell freigegeben worden. 

Es handelt sich um die modernste und eine der längsten Anlagen dieser Art in Niedersachsen. Das Wehr ist nunmehr für Fische und andere Wasserlebewesen in beiden Richtungen passierbar. Von Kanuten kann es in Fließrichtung befahren werden, flussaufwärts können die Boote problemlos getreidelt werden. Von einem besonderen Tag für Fische und Wassersportler war in den Ansprachen zur Freigabe der Anlage die Rede. „250 Jahre haben die Fische darauf warten müssen“, sagte etwa Dr. Bernd Hoppe-Dominik, Vorstand des Wasserverbandes Mittlere Oker, als offizieller Bauherr. So alt ist die historische und denkmalgeschützte Wehranlage bereits, deren jetzige Form Mitte des 19. Jahrhunderts errichtet wurde und den Fischen den Weg flussaufwärts in ihre angestammten Laichgewässer versperrte.

Nicht ganz so lange haben die Kanuten auf die Fertigstellung warten müssen, aber auch für sie ist das Petriwehr von großer Bedeutung. Seit den frühen 1950er Jahren wurden hier regelmäßig Regatten und Wettbewerbe im Kanuslalom veranstaltet. Für Kanuwanderer auf der Oker war das Wehr bislang ein Hindernis, das umtragen werden musste. Jetzt können sie bequem in einem 2,4 m breiten und mit Kunststoffborsten ausgepolsterten Betonbecken die Oker auf ca. 82 m Länge hinabgleiten. Das Gefälle beträgt dabei ca. 3,3 Prozent, die maximale Fließgeschwindigkeit soll 1,1 m/s nicht überschreiten. Unterhalb des Wehres ist eine treppenförmige Steganlage entstanden, ebenfalls aus Beton. Flussaufwärts lassen sich die Boote von hier aus leicht treideln. Als Treidelpfad kann der neue, 1,5 m breite Steg genutzt werden, der neben dem Fischkanupass angelegt wurde.

Das Bauvorhaben hat rund 6,3 Millionen Euro gekostet und wurde u.a. von der Europäischen Union mit 1,2 Mio. Euro bezuschusst. Neben dem neuen Fischkanupass wurde das historische Wehr auch grundlegend saniert und mit moderner und automatisierter Technik versehen. Die Arbeiten wurden mehrfach durch Hochwasser, eine wochenlange Kunstaktion (Lichtparcours) entlang der Oker und andere Ereignisse verzögert. Zuletzt war der offizielle Eröffnungstermin um vier Wochen verschoben worden, weil ein Teichhuhn ausgerechnet mitten im noch nicht gefluteten Borstenpass brütete.

Dass bei dem Bauvorhaben nicht nur an die Durchlässigkeit für die Fische in beide Flussrichtungen gedacht wurde, sondern auch die Interessen der Kanuten berücksichtigt wurden, ist nicht zuletzt auf die beharrliche Mitwirkung des LKV und hier besonders seines Vizepräsidenten Hans-Ulrich Sonntag zurückzuführen, der in Braunschweig zu Hause ist. Auch Braunschweigs seinerzeitiger Oberbürgermeister Ullrich Markurth beachtete die Belange der Wassersportler. Er selbst ist seit seiner Kindheit wie Sonntag aktives Mitglied der Kanuabteilung des RSV Braunschweig und ließ es sich nehmen, am Eröffnungstag des Fischkanupasses selbst mit seinem Kajak voranzufahren. Direkt danach folgten dann im RSV-Mannschaftscanadier der amtierende Oberbürgermeister Thorsten Kornblum sowie weitere Offizielle des Wasserverbandes und der Stadtentwässerung Braunschweig.

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